Reisetagebuch: Das Amazonas-Abenteuer geht weiter

Reisetagebuch – Meldung aus dem Dschungel
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Reisetagebuch: Das Amazonas-Abenteuer geht weiter

Parintins/Brasilien, 25.10.:
Mit einer Fahrradrikscha, die an Land auf uns wartet (nachdem uns das Tenderboot abgesetzt hat und Maria und ich bekleidet in den typisch roten T-Shirts der Boi-Bumba), radeln wir gemütlich zur Arena, in der die Boi-Bumba-Folklore-Show stattfindet.
Am Amazonas entlang — mit Mangobaeumen, Benjamin Ficus, Palmen, Affenbrotbaeumen (um nur einige zu nennen), Pagagaienarten, Geiern (Ja, Geier!), Rieseninsekten und vielen Hunden — fährt uns der drahtige Rikschafahrer durch das kleine Dorf, vorbei an bunt angestrichenen kleinen Holz-Häusern, die meist von filigranan Eisenzaeunen umgeben sind. Die Menschen sind offen, neugierig und freundlich.
In der Arena angekommen, gibt’s eine „Backstageuntersuchung“ auf Bach’sche Art. Maria und ich kriechen in die Kostüme und Fahrgestelle. Es ist brütend heiß. Caipirinhas werden gereicht; nach vier Mal am Strohhalm ziehen bin ich total beschwipst. So was aber auch! Die Show und der dargebotene Samba (in weissen Flip Flops getanzt oder barfuß) sind prächtig, mit wundervollen Kostümen und Riesentieren, aus denen Tänzer klettern; zum Schluss ein „Medizinmann“, der das mehrköpfige Ungeheuer besiegt — wie „Karneval in Rio“. Eine Big Band mit mehreren Sängern sorgt für passende Stimmung .Hat echt Spass gemacht.

Alter do Chao und Santarem (Brasilien), 26.10.:
Privater Landgang. Das Wetter, wie immer sonnig heiß, hohe Luftfeuchtigkeit. Wir tendern an Land. Hier liegen die Mangos auf den Straßen, von den vielen Mangobäumen, die uns umgeben. Wir gehen eine der Straßen entlang, um das Zentrum des Dorfes „Alter do Chao“ zu finden. Holzwohnhäuser, kleine Geschäfte und ein kleiner Markt erfreuen das Auge. Maria und ich kaufen Flip Flops, Guarana-Getränke, Caschewkerne … und trinken starken Kaffee in einer kleinen Bar. Es wird immer heißer; aber wir haben Angst, im Amazonas baden zu gehen. Mit unseren Flip-Flop-Schätzen gehen wir zurück an Bord und weiter geht’s nach Santarem. Maria und ich gehen shoppen. Baumwoll-T-Shirts und Kokusnüsse, die vor unseren Augen frisch geöffnet und sofort getrunken werden — Herrlich! Viele kleine und größere Straßen mit Geschäften, Bars, Ständen mit Souveniers und Straßenmusik laden zum Schlendern ein. Eine beeindruckende Kirche ganz in Blautürkis im Zentrum ist Eyecatcher.
Gegen Nachmittag finden wir direkt am Ufer eine Open-Air-Bar mit toller Musik und wie von selbst kommen immer mehr von der Crew und den Drehteams dort hin. Dann kommt sogar unser Kapitän. Wir essen frischen Fisch, trinken, reden, lachen, spaßen. Zum Schluss gehen Maria und ich mit dem Kapitän in der Mitte den weiten Weg zurück zum Schiff zu Fuß (ich leider in Flip Flops, was meine Füße nicht wirklich klasse fanden). Da Maria und ich keinen Sport hier machen, weil wir schlicht zu faul sind, war dieser Spaziergang zu später Stunde an der Uferpromenade ok.

Prainha Brasilien, 27.10.:
Das werden wir nie vergessen! Mit unserem Drehteam fahren wir in die Seitenarme des Amazonas; die Boote müssen zweimal gewechselt werden, da das Wasser immer flacher wird und die Seitenarme enger. Unzählige Tiere (Reiher, Enten, Büffel, Pferde etc.) an den Ufern. Ziel: Wir besuchen eine Familie, die mitten im Urwald direkt am Amazonas lebt. Das Holzhaus steht hoch auf Stelzen. Wenn das Wasser steigt, ist das Ufer, auf dem wir gehen, komplett unter Wasser. Wir sehen auch hier Pferde und Büffel. Auf dem Boden riesige, leere Schneckenhäuser,  die wir einsammeln. Die Familie hat vier Kinder. Alle erwarten uns. Sie haben frischen Fisch aus dem Amazonas zubereitet, den Maria und ich kosten. Für die Kids haben wir bunte Cappis dabei, für das größere Mädchen Ohrringe. Über eine Stiege besichtigen wir das Haus. Oben im Freien ist ein offener Ofen mit Stöcken, auf denen der Fisch gebraten wird. Auch ein Garten mit Gemüse ist dort oben, vor dem Wasser geschützt, angebaut. Kleine Küche, ein Schlafzimmer für die vier Kinder (teilen sich zwei Betten) und ein Zimmer mit zwei Hängematten und einer Kommode mit Spiegel (mehr nicht) gehört den Eltern. Zum Amazonas hin ein kleiner Balkon mit Ausblick über den Amazonas und Urwald und vor dem Haus grasende Pferde sind unvergesslich.

Doch, oh Schreck!! Die Albatros ist auf Amazonas-Grund gelaufen — wir kommen nicht weg!
Die Mannschaft rotiert. Um Gewicht zu reduzieren, werden alle Tenderboote zu Wasser gelassen, der Pool geleert. Alle sind angespannt. Einzige Chance: Gegen 22 Uhr steigt der Wasserspiegel an, dann volle Kraft! Werden die Schiffsschrauben das bewältigen? Ein Ruck geht durchs Schiff. Alles vibriert, Gläser klirren … Wir stehen alle schweigend an Deck oder an den Bars. Dann Jepp!
Geschafft! Wir sind wieder frei – Kurs auf Almeirim Brasilien.

Bis dann
Eure Kristina

1 Comment

  1. Gisela sagt:

    Hallo Kristina,
    Verfolge schon seit ein paar Tagen die Sendung Verrückt nach Meer!
    Es ist intressant ,alles mit anschauen zu können,wäre nichts für mich so lange auf dem Schiff!
    Wir waren mal mit einer Fähre nach Korsika unterwegs,da hatten wir einen solchen Sturm,dass die Wellen übers Schiff gingen,das hatte mir gereicht!Ich wünsche Dir und deiner Feundin noch viel
    Vergnügen auf der Albatros!
    L.G aus der Schweiz
    Gisela

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